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Rezension "Vertrauen & Verrat - Kampf um Demora 1" Erin Beaty

Klappentext:

Mit einem Mann verheiratet zu werden, den sie noch nie getroffen hat: für Sage der absolute Albtraum, doch Tradition im Reich Demora. Um dem zu entgehen, beginnt Sage eine Lehre bei einer Kupplerin und begleitet zehn junge Damen aus adeligen Familien zum großen Verkupplungsball. Ihre Aufgabe ist es, die Bräute – und die Soldaten, die auf der Reise für ihre Sicherheit sorgen – zu bespitzeln. Denn im Reich braut sich ein Krieg zusammen. Schon bald findet Sage sich zwischen den Fronten wieder. Und sie, die nie heiraten wollte, stolpert geradewegs auf eine große Liebe zu. Doch wem kann sie wirklich trauen?


 

Meine Meinung:

Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar, dies nimmt jedoch keinen Einfluss auf meine ehrliche Meinung.

 

Auf das Buch bin ich letztes Jahr nach der FBM  aufmerksam geworden und fand das Cover und den Klappentext ansprechend. Und nachdem man nur gutes gehört hat, wollte ich es unbedingt lesen.

Ich habe aber erstmal 65 Seiten gebraucht um mit der Geschichte warm zu werden. Der Anfang ist ruhig und man bekommt so erstmal Zeit Sage kennenzulernen. Rückblickend betrachtet wirklich gut, aber ich tat mich dennoch etwas schwer mit dem Einstieg. Der Schreibstil ist angenehm und fesselnd und so wird man in die Geschichte gesogen. Vorallem die verschiedenen Sichtweisen, die uns die Autorin hier näherbringt sorgten für einen größeren Spannungsbogen und einen besseren Draht zu den einzelnen Charakteren.

 

Sage war mir direkt sympathisch. Sie kämpft für ihr selbstbestimmtes Leben, ist eine kluge junge Frau mit dem Herz am rechten Fleck und manchmal einer viel zu großen Klappe. Desöfteren hat sie total Impulsiv gehandelt, aber genau diese wilde ungeschliffene Art hat mir so gut an ihr gefallen. In einer Welt in der man darauf getrimmt wird eine perfekte Lady und Ehefrau zu sein, zieht sie ihr Ding durch auch wenn sie aneckt.

Der Aspekt der Kupplerin war in dieser Geschichte sehr interessant und gut beschrieben. Vorallem weil es gar nicht so schwarz-weiß ist wie man zuerst denkt. Man bekommt hier einen tollen Blick hinter die Kullisen und auch Sage's Ausbilderin ist mir schnell ans Herz gewachsen auch wenn ihre Motive nicht immer ganz so
klar waren.


Nachdem dann die Soldaten ins Spiel kamen, nahm die Geschichte dann auch Fahrt auf und wurde richtig spannend. Da hatte es mich dann endgültig gepackt und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen sondern musste wissen wie es ausgeht und was es nun auf sich hat.

Überraschende Wendungen und Handlungsstränge sorgten auch hier immer dafür, dass der Spannungsbogen aufrecht erhalten wird. Ash und seine Kameraden haben mir hier auch gut gefallen und waren mir schnell sympathisch. Auch dass Sage keine naive hilflose Jungfer war sondern immer wieder entscheidende Ideen für den Verlauf der Geschichte eingebracht hat und man ihr auch die Anerkennung gezollt hat, hat mir richtig gefallen.

Die Liebesgeschichte ist hier nicht dominierend sondern fügt sich stimmig ins Gesamtbild ein ohne zu viel Raum einzunehmen aber man verfolgt gerne mit wie sich zwischen Sage und ihrem Soldaten nach und nach mehr entwickelt. 

Das letzte drittel geht dann nochmal actiongeladen weiter und sorgt für stockendem Atem und Herzrasen. Auch die ein oder andere Träne habe ich vergossen, obwohl ich mir den Teil schon denken konnte, hat es mich dann doch getroffen.

Für mich war es ein gelungener Reihenauftakt und ich bin der Autorin dankbar, dass sie keinen fiesen Cliffhanger eingebaut hat. So will ich zwar unbedingt weiterlesen, empfinde die Warterei aber nicht ganz so qualvoll. :D